Kategorie C – Konzert am 30.06.

Antifaschistische Initiativen aus Ostwestfalen-Lippe, 27. Juni 2012:

Pressemitteilung / Extrem rechtes Konzert für den 30. Juni 2012 angekündigt
- Durchführung verhindern!

Für den 30. Juni 2012 hat die extrem rechte Hooligan-Band „Kategorie C“ aus
Bremen ein Konzert in der Region Paderborn / Sauerland angekündigt. Zu
diesem Konzert ist auch ein Mobilisierungsflyer mit Hakenkreuz aufgetaucht.
Antifaschistische Initiativen befürchten, dass, während Konzerte der Band
zum Beispiel in Bremen verboten wurden, die Band am 30. Juni das 4. Mal von
den Behörden unbehelligt in der Region auftreten kann. Beim letzten
Auftritt, am 10. März 2012 in Lemgo, wurde das Konzert sogar gegen
antifaschistische Proteste von der Polizei abgeschirmt.

Hintergrund

Die Mitglieder der Band „Kategorie C“ entstammen der extremen Rechten
beziehungsweise dem organisierten Neonazismus. Sie spielten über Jahre bei
offen neonazistischen RechtsRock-Bands wie zum Beispiel „Nahkampf“.
„Kategorie C“ wurde 1997 gegründet und war eigentlich nur als ein Projekt
anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich 1998 gedacht. Die
Musiker erkannten jedoch, dass eine Konzentration auf das Thema Fußball eine
Chance ist, den hochgradig stigmatisierten Bereich des offenen Neonazismus
zu verlassen und erkoren sich die Hooligan- und die Fußballszene als neues
Zielpublikum. Trotzdem verzichtete die Band nicht auf eindeutige politische
Bekenntnisse, so durch einen Beitrag auf dem Sampler „Die Deutschen kommen
II“, einem Auftritt bei einem von der NPD organisierten Solidaritäts-Konzert
für den inhaftierten Sänger der Band „Landser“ und vor allem durch das Lied
„Deutschland dein Trikot“ in dem es heißt: „Deutschland dein Trikot, das ist
schwarz und weiß, doch leider auch die Farbe deiner Spieler.“

Gefahrenprognose

Die Behörden der Hansestadt Bremen hatten ein Konzert der Band am 26.
November 2011 verboten, die Polizei das Verbot mit einem Großaufgebot
durchgesetzt. Dass ein solches Verbot auf Grund der Gewalt verherrlichenden
Lieder durchaus angebracht ist, zeigte sich am 21. Januar 2012 in
Delmenhorst, hier gab die Band unter dem Tarnnamen „H.E.R.M.“, der sich aus
den Vornamen der Bandnamen zusammensetzt, ein Konzert. Besucher des Konzerts
griffen aus diesem heraus einen am Veranstaltungsort vorbeigehenden Punker
mit Baseballschlägern an und verletzten ihn schwer. Angesichts der Gewalt
verherrlichenden Lieder und der Feindbildbeschreibungen in diesen kaum
verwunderlich. Konzerte der Band wurden in den letzten Jahren von diversen
Kommunen untersagt, andere kümmerten sich nicht um die Auftritte der Band.
Die Behörden der BRD zählen die Konzerte von „Kategorie C“ inzwischen als
Konzerte der „rechtsextremen Szene“.

Anlass des Konzertes ist laut der Ankündigung der Band der Tod des BVB-Fan
Maik Altmann, welcher am 17. Juni 2012 bei einem Verkehrsumfall ums Leben
kam. Auf der Website von „Kategorie C“ betrauern die Bandmitglieder und auch
der Kategorie C-Fanclub „Rückendeckung“ den Verstorbenen, den sie als
„Freund und Kamerad“ bezeichnen.

Aufgefunden wurde ein Flyer, welches ein Konzert mit „Kategorie C“ am 30.
Juni in Bad Wünnenberg bewirbt. Der Flyer zeigt einen Übergriff auf eine am
Boden liegende Person, wie sie typisch für eine Auseinandersetzung im
Hooligan-Milieu ist. Als Vorgruppe ist die Band „BierNazis“, eine „Luni
Coverband“ angekündigt. „Luni“ ist der ehemalige Sänger der Band „Landser“,
auf dessen Solidaritäts-Konzert „Kategorie C“ spielte. Der Flyer ist mit
einer Hakenkreuz-Fahne und mit einer Fahne der britischen Terrorgruppe
„Combat 18″ versehen. „Combat 18″ ist der militante Arm des in der BRD 2000
verbotenen Musiknetzwerkes „Blood & Honour“. Auch wenn der Flyer nicht von
der Band autorisiert ist, so zeigt er doch das Umfeld der Band und dessen
offen neonazistische und kriminelle Orientierung.

Forderungen

Antifaschistische Initiativen sind in Sorge, dass es eine Durchführung des
Konzertes am 30. Juni in der Region Paderborn / Sauerland einerseits zu
Übergriffen des an- oder abreisenden Publikums auf Personen, welche als
„undeutsch“ oder „feindlich“ definiert werden, kommen könnte. Eine
Durchführung des Konzertes würde es der Band „Kategorie C“ einmal mehr
erlauben, vor allem junge Fußballfans zu agitieren und sie über das Thema
Fußball mit extrem rechten oder Gewalt verherrlichenden Inhalten zu
beeinflussen. Beides ist nicht hinnehmbar.

Die Polizei hat drei Konzerte der Band in der Region in den letzten zwei
Jahren teilweise mit Verweis auf vermeintliche „Privatveranstaltungen“
ungestört stattfinden lassen. Und das obwohl die Konzerte öffentlich
beworben wurden, Eintritt verlangt wurde und es zwischen den Teilnehmenden
und den Veranstaltern keine persönliche Beziehung gab. Die Polizei ist damit
scheinbar der Argumentation der Veranstalter gefolgt, was falsch und nicht
hinzunehmen ist. Selbst wenn die Veranstalter dieses mal behaupten sollten,
dass es sich um eine private Trauerfeier handelt, ist festzustellen, dass
die juristischen Merkmale für eine private Veranstaltung nicht vorhanden
sind und die Behörden hier die Möglichkeiten zum Eingreifen haben und diese
auch wahrnehmen müssen.

Offensichtlich versucht die Band durch verschiedene unkonkrete Ortsangaben
über den Veranstaltungsort, mal ist vom Bereich Paderborn, mal vom Sauerland
die Rede, die Behörden und die Öffentlichkeit zu täuschen und Proteste zu
verhindern. Wir rufen jedoch alle dazu auf, gegen dies Event zu protestieren
und fordern die Polizei auf, endlich wirksam gegen den Neonazismus in der
Region aktiv zu werden!


2 Antworten auf „Kategorie C – Konzert am 30.06.


  1. 1 Nachrichten zur Stadt Paderborn Trackback am 27. Juni 2012 um 16:30 Uhr
  2. 2 Lesetipp: Neonazi-Werbung für „Kategorie C“-Auftritt (mehrfach ergänzt) « NRW rechtsaußen Pingback am 28. Juni 2012 um 18:33 Uhr
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